Wald und Wild zusammendenken: Fachleute diskutieren bei länderübergreifendem Austausch im Südschwarzwald
- sarahschweizerma2
- 2. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Experten aus Forst, Jagd, Wissenschaft und Politik tauschen sich über Waldumbau, Rotwild und Auerhuhn aus
Feldberg. Auf Einladung von Sarah Schweizer, Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Wald, Forst und Jagd der CDU-Landtagsfraktion, hat im Südschwarzwald ein grenzüberschreitender Erfahrungsaustausch zu Wald und Wild stattgefunden. Experten aus Baden-Württemberg, Vorarlberg und der Schweiz erhielten zwei Tage lang Einblicke in den Forstbetrieb Fürst zu Fürstenberg und den Landesforstbetrieb ForstBW, die als größte Waldbesitzer in Baden-Württemberg auch zahlreiche Flächen in Südbaden bewirtschaften.
Im Fokus der Exkursion standen gemeinsame Herausforderungen beim Waldumbau und dem Management von Wildtieren. In allen drei Regionen ist die Klimaanpassung ein zentrales Thema. Diskutiert wurde auch über das Rotwild: Einerseits brauchen die Rotwildvorkommen mehr genetischen Austausch. Andererseits steht die Forstwirtschaft mit dem Waldumbau vor einer massiven Aufgabe. Auch der Artenschutz war Thema: Das Auerhuhn, früher in Mitteleuropa weit verbreitet, gilt heute als stark gefährdet und wird im Voralpenraum geschützt.
Sarah Schweizer unterstreicht die Bedeutung des akteursübergreifenden Austauschs: „Wir müssen Wald und Wild zusammendenken und offen für neue Perspektiven bleiben. Die Exkursion zeigte, wie die beiden größten Forstbetriebe des Landes im Südschwarzwald arbeiten. Gleichzeitig ermöglichte sie ein Brückenbauen zwischen Forst, Jagd, Wissenschaft und Politik – und darüber hinaus zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dieses enge Netzwerk ist eine Chance für den Voralpenraum, beim Waldumbau, Rotwildmanagement, Artenschutz und vielen weiteren Herausforderungen voneinander zu lernen.“
Der Forstbetrieb Fürst zu Fürstenberg ist ein Beispiel dafür, wie der Waldumbau erfolgreich gelingen kann. Geschäftsführer Dr. Jens Borchers erklärt: „Die natürliche Verjüngung unserer Wälder und ihre Anreicherung mit klimafitten Baumarten ist das Gebot der Stunde. Dies gelingt nur mit angepassten Schalenwildbeständen. In diesem Sinne ist eine konsequent betriebene Jagd Herausforderung und Verpflichtung zugleich.“
Im Staatswald stand die Rotwildkonzeption im Südschwarzwald im Fokus, die sich durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Forst und Jagd auszeichnet. Auch der Schutz des bedrohten Auerhuhns durch die gezielte Gestaltung von Lebensräumen und die Bejagung von Beutegreifern wie dem Rotfuchs war ein Thema. Der ForstBW-Vorstandsvorsitzende Max Reger betont: „ForstBW bewirtschaftet die anvertrauten Wälder umfassend nachhaltig, so dass das Ökosystem Wald die vielfältigen Anforderungen unserer Gesellschaft auch in Zukunft bestmöglich erfüllen kann. Hierzu bedarf es gerade im Themenfeld von Wald und Wild ausgewogener Konzepte und der verlässlichen Zusammenarbeit aller Akteure. Ich freue mich, dass ForstBW im Rotwildgebiet Südschwarzwald hierzu einen wichtigen Beitrag leistet.“
Die länderübergreifende Wald-Wild-Exkursion fand in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal statt. Im vergangenen Jahr reiste eine Delegation aus Baden-Württemberg zum Austausch nach Vorarlberg. Für 2026 ist eine Fortsetzung geplant, um die Zusammenarbeit der Nachbarregionen weiter zu vertiefen.






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