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Sarah Schweizer auf Holztour durch den Wahlkreis

CDU-Landtagsabgeordnete informiert sich auf Sommerreise zur Nutzung des Rohstoffes Holz


Raum Göppingen. Zwölf Stationen in vier Tagen: Die Landtagsabgeordnete und forstpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Sarah Schweizer verschaffte sich auf ihrer Sommerreise durch den Wahlkreis ein Bild von der Nutzung und Verarbeitung des Wertstoffes Holz im Raum Göppingen. Vom Forstbetrieb über das Sägewerk bis hin zur Zimmerei und dem Möbelhaus machte sie sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf die Spuren der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung heimischer Holzprodukte.


„Ob beim Hausbau, als Brennstoff oder zur Textilherstellung – seit Jahrtausenden ist Holz der wichtigste und vielseitigste nachwachsende Rohstoff des Menschen. Deshalb ist es mir ein Anliegen, das Bewusstsein für die Bedeutung unseres heimischen Waldes als nachhaltige Ressource zu stärken. Gleichzeitig möchte ich mit meiner diesjährigen Sommertour auf die vielfältige Verarbeitung von Holz in ganz unterschiedlichen Berufen und Wirtschaftsbereichen aufmerksam machen sowie unserem Handwerk ein Zeichen der Wertschätzung entgegenbringen“, so Schweizer.


Zum Start der Tour besucht Schweizer das Sägewerk der Familie Hildner in Adelberg. Dabei machten Inhaber Wolfgang Hildner und Produktionsleiter Andreas Weber deutlich, dass regionale Sägewerke auf Holz aus heimischen Wäldern setzen. Das meiste Holz, das Hildner mit seinen hochmodernen computergesteuerten Maschinen verarbeitet, kommt aus dem Staatswald, ein kleinerer Teil aus Privatwäldern – alles aus einem Umkreis von etwa 40 Kilometern. Hauptabnehmer seien die Zimmereien im Umkreis. Sorgen bereitet Wolfgang Hildner neben dem sich abzeichnenden Nachfrage-Rückgang im Baugewerbe auch die Gewinnung von Mitarbeitern im Sägewerk.


Die nächste Station führt Schweizer zur Waldbegehung mit der Staatsforstverwaltung von ForstBW im Schurwald. Als Anstalt des öffentlichen Rechts und größter Forstbetrieb des Landes trägt ForstBW Verantwortung für die Bewirtschaftung von 23,6 % der Landeswaldfläche. Mit dem Umbau zu klimaresilienten Mischwäldern sowie der Bewältigung der Schäden von Extremwetterereignissen im Wald stehen Waldbesitzer und Forstbetriebe vor einer Jahrhundertaufgabe, wie Forstamtsleiter Thomas Maier vom Landratsamt Göppingen weiter verdeutlichte: „Wenn wir heute nicht eingreifen, verlieren wir Baumarten, die in 100 Jahren unabdingbar sind.“ Neben einer nachhaltigen Bewirtschaftung legt ForstBW auch einen Schwerpunkt auf den Artenschutz und die Biodiversität des Lebensraums Wald. So wurden im Zuge eines Vorsorgekonzepts durch Mitarbeiter von ForstBW im Schlater Wald bewusst Habitate für die geschützten Gelbbauchunken angelegt.


Eine Herausforderung für den heimischen Wald, die in der Vergangenheit in Baden-Württemberg kaum eine Rolle spielte, stand sodann im Mittelpunkt des Besuchs bei der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach: Die Prävention und Bekämpfung von Waldbränden. Dabei tragen gerade die Steigerung der Laubholzanteile und eine kontinuierliche Naturverjüngung, wie sie in Baden-Württemberg schon längst gelebte Praxis sind, entschieden zu einer Verringerung der Waldbrandgefahr bei. Das größte Risiko bei der Entstehung von Waldbränden bleibt jedoch der Mensch, wie Stadtbrandmeister Christian Bruchner im Gespräch mit der Abgeordneten unterstrich. Um im Ernstfall schnell und mit Hilfe seiner 250 Ehrenamtlichen eingreifen zu können, sei neben einer noch engeren Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und Forstverwaltung vor allem auch die flächendeckende Ausstattung der Wehren mit geländegängigen Fahrzeugen erforderlich.


Stellvertretend für die vielfältigen Möglichkeiten der Holzverarbeitung stattete Sarah Schweizer im Folgenden mehreren Handwerksbetrieben im Raum Göppingen einen Besuch ab. So werden bei der Schreinerei Schurr hochwertige Vollholzmöbel wie Regale, Schreibtische, Konferenztische, Empfangstheken und Einbauschränke auf Kundenwunsch individuell gefertigt, während sich die ebenfalls inhabergeführte Zimmerei Holzbau Straub auf den Dachumbau spezialisiert hat. Der Trend zum Homeoffice und der damit einhergehende Bedarf an gut belichteten Dachräumen führe derzeit zu einem wahren Trend bei Dachfenstern und -gauben, weiß Zimmermeister und Firmeninhaber Martin Straub zu berichten. Erfreulich sei zudem, dass sich das Zimmerhandwerk seit einigen Jahren wieder größerer Beliebtheit erfreue, wie auch die Entwicklung der Ausbildungszahlen belegt.


Dass Holz auch aus dem Sanitärhandwerk nicht wegzudenken ist, wurde im Betrieb von Volker Breusch in Eislingen deutlich. In Zeiten hoher Energiepreise und globaler Unsicherheit geht der Trend wieder verstärkt zur Holzheizung, wie der bundesweite Marktanteil der Holzheizkessel von 8,2 % im Jahr 2021 eindrücklich belegt. Gerade das Potential von Pelletheizungen, wie sie auch in den Betriebsräumen von Sanitär Breusch zum Einsatz kommen, sei bei weitem noch nicht ausgeschöpft, so der Innungsobermeister. Ein weitgehendes Verbot für den Einbau von Holzheizungen in Neubauten, wie von der Ampel-Regierung im Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes vorgesehen, sei daher sowohl ökonomisch als auch ökologisch widersinnig, sind sich Schweizer und Breusch einig.


Aus einem Handwerksbetrieb hervorgegangen ist der Einrichtungsriese Möbel Rieger, der in seinen sieben Möbelhäusern in Baden-Württemberg und Thüringen rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Seit 2013 wird das Unternehmen in dritter Generation von Benno Rieger geführt. In der Unternehmenszentrale in Göppingen berichtet Geschäftsführer Jacques Kanceljak von einem angespannten Marktumfeld infolge der Corona-Pandemie und des Kriegs in der Ukraine. Gleichzeitig setze der Online-Handel den stationären Möbelfachhandel zunehmend unter Druck. Im Angebot von Möbel Rieger wecken vor allem die hochwertigen Vollholzmöbel namhafter Hersteller das Interesse der Abgeordneten. Hier steht „Made in Germany“ weiter hoch im Kurs. Zu etwa 75% lasse sich Möbel Rieger von Deutschen Herstellern beliefern, so Kanceljak.


In Reichenbach an der Fils zeigt sich, warum Baden-Württemberg mit einem Anteil der Holzbauweise von 32,4 % der genehmigten Wohngebäude bundesweit führend ist. Hier entstehen am Schafhaus auf Initiative eines Investors 41 nahezu energieautarken Massivholz-Häuser zur Miete. Zum Einsatz kommen dabei rund 4000 Kubikmeter CLT-Holzsperrplatten. Dabei handelt es sich um Brettsperrholz, bestehend aus mehreren Einschichtplatten, die mit einem Strukturklebstoff in abwechselnden rechten Winkeln verbunden sind. „Aufgrund ihrer hohen Tragfähigkeit stellen die CLT-Holzsperrplatten eine nachhaltige Alternative zu Stahl und Beton beim Wohnungsbau dar“, freut sich Sarah Schweizer beim Vor-Ort-Termin mit Immobilienentwickler Dieter Munk.


Ebenfalls neue Wege bei der Holznutzung geht das auf Initiative der Landesregierung am Standort Göppingen neu eröffnete Technikum Laubholz. Seit Ende 2022 dreht sich auf dem ehemaligen Schuler-Areal alles um innovative und hochwertige Anwendungen für Laubholz. Zusammen mit Forstminister Peter Hauk nahm Sarah Schweizer im Rahmen der Holztour an der Inbetriebnahme einer Pilotanlage zur Herstellung von Textilfasern aus Buchenholz teil. In einem neuartigen, patentierten Verfahren werden hierbei Textilfilamente der Hochleistungsfaser aus Buchenzellstoff gewonnen. Das benötigte Wasser wird wiedergewonnen und erneut eingesetzt. Über die Chancen des Verfahrens zeigt sich Sarah Schweizer begeistert: Von technischen Textilien für die Mobilitätsbranche über medizinische Anwendungen und Hygieneartikel bis hin zur Bekleidungsindustrie seien den Einsatzmöglichkeiten der Buchenholz-Fasern kaum Grenzen gesetzt.


Die letzte Station führt Schweizer zur Christbaumplantage der Familie Müller auf der Mittelmühle am Herrenbachstausee bei Adelberg. Hier erfährt Schweizer, dass die Mittelmühle zu den wenigen Produzenten von Weihnachtsbäumen zählt, die über eine eigene Baumschule verfügen. Vor allem die Betriebsphilosophie von Harald und Sabine Müller, die sich einem naturnahen ökologischen Anbau verpflichtet fühlen, überzeugt die Göppinger Landtagsabgeordnete. So kommen zum Freihalten der Kulturen von Gras und Unkräutern seit mehr als zehn Jahren britische Shropshireschafe zum Einsatz, die einzige Schafrasse, die keine Nadelbäume frisst.


Beim abschließenden Grillfest auf dem Waldeckhof mit Spezialitäten aus der Region zieht Sarah Schweizer ein nachdenkliches Fazit ihrer Holztour: „Holz als Rohstoff ist nachhaltig, regional und klimaschonend. Mit dem konsequenten Waldumbau im Rahmen unserer Waldstrategie 2050 stellen wir im Land die Weichen, damit Holz aus unseren heimischen Wäldern auch zukünftigen Generationen in ausreichendem Maß zur Verfügung steht. Dabei handelt es sich um eine Mammutaufgabe, die nur im engen Schulterschluss aller Beteiligten gelingen kann. Gleichzeitig beweisen unsere Handwerksbetriebe, dass traditionelle Handwerkstechniken und moderne Technologien bei der Verarbeitung von Holz Hand in Hand gehen. Doch damit hochwertige Holzprodukte aus Baden-Württemberg auch in Zukunft ihren Weg zum Verbraucher finden, sind unsere Betriebe auf mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen angewiesen. Kein Wunder, dass viele Unternehmer die Politik der Ampel-Regierung mit zunehmender Sorge beobachten.“



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